Das Leitbild unserer Kirchengemeinde Hirsau

Was bedeutet für uns eigentlich „Kirchengemeinde sein“? Wie wollen wir als Kirchengemeinde Hirsau leben? Was sind unsere Ziele? Was soll uns prägen? Was soll bei uns spürbar werden?

Im Folgenden stellen wir Ihnen unseren „Traum“ von Gemeinde vor. Die nun folgenden sieben Merkmale (entnommen aus: „Robert Warren: Vitale Gemeinde“) sollen ein Leitbild für unsere Gemeinde sein. Da wollen wir hin! Davon träumen wir! Dafür arbeiten wir! Die folgenden Worte sind in Vielem also (noch) keine Zustandsbeschreibung unserer Gemeinde, aber sie beschreiben die Richtung, in die wir gemeinsam unterwegs sind.

1. Die Energie aus dem Glauben beziehen

 Unsere Gottesdienste werden nicht gehalten, sondern gefeiert – und zwar gemeinsam. Die Gottesdienste sind ein Raum, in dem die Gegenwart und die Güte Gottes spürbar werden.

 Die Energie für alles Engagement in unserer Gemeinde kommt aus der Begeisterung über Gott und dem Wunsch, Gott und einander zu dienen.

 Unser Gemeindeleben ist ein Leben mit der Bibel. Die Auseinandersetzung mit der Bibel ist intensiv, kreativ und immer mit Bezug zum persönlichen Leben – ob auf der Kanzel, in kleinen Gruppen oder bei jedem zuhause in der Stillen Zeit.

 Unser Glaube an Christus wächst: Menschen bekommen bei uns Hilfestellung, um im Glauben zu wachsen und ihn weiterzugeben. Der Glaube wird nicht vorausgesetzt, vielmehr werden Räume geschaffen, in denen wir gemeinsam auf die Suche nach der Wirklichkeit Gottes gehen und in denen eigene (Nicht-)Erfahrungen mit Gott erzählt werden können.

 Gebet spielt eine wichtige Rolle, sowohl das persönliche als auch in der Gemeinschaft.

2. Den Blick nach außen richten

 Es findet eine Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen, der städtischen Gemeinde und örtlichen Vereinen statt. Unsere Kirchengemeinde weiß nicht immer alle Antworten und kann nicht immer alle Probleme lösen – aber sie ist bereit, vor Ort mit all denen zusammen zu arbeiten, denen es um das Wohl der Menschen vor Ort geht.

 Unsere Kirchengemeinde Hirsau sorgt sich um die Welt: Sie ist leidenschaftlich und prophetisch, was Gerechtigkeit und Frieden betrifft – sowohl lokal, wie auch global.Unsere Kirchengemeinde Hirsau wird von der Sehnsucht angetrieben, dass alle Menschen von der Güte und Freundlichkeit Gottes erfahren. Dies soll auf zwei Arten geschehen, die sich gegenseitig bedingen:
Zum einen fragen wir nach den Bedürfnissen und Nöten der Menschen um uns herum und versuchen, darauf diakonisch zu antworten.
Zum anderen versuchen wir als Kirchengemeinde Hirsau alles zu tun, damit kirchendistanzierte Menschen einen Zugang zum Glauben und zur Gemeinde bekommen. Dies bedeutet, dass wir unsere Sprache, unsere Formen und unsere Angebote (z.B. im Gottesdienst, durch Glaubenskurse, durch praktizierte Gastfreundschaft, …) auf kirchendistanzierte Menschen ausrichten.

 3. Herausfinden wollen, was Gott will

 Viele Gemeinden übernehmen sich schnell mit Aktionen, Versammlungen und Projekten. Aus diesem Grund versuchen wir stets neu herauszufinden, was Gottes momentane Ideen und Pläne für unsere Gemeinde sind und setzen diese dann mit Hingabe in die Tat um. Das kann auch bedeuten, bestimmte Aktivitäten erstmal einzustellen, bis klar wird, wozu Gott zu diesem Zeitpunkt beruft.

 4. Sich dem Preis von Veränderung und Wachstum stellen

 Unser menschliches und kulturelles Leben wandelt und erneuert sich ständig. Veränderung ist also ein Zeichen von Leben und von Wachstum. Unsere Kirchengemeinde Hirsau wagt deshalb immer wieder Neues, ohne dabei ihre Wurzeln zu verraten und ohne dabei undankbar zu werden für die Vergangenheit.

 Wirklich neue Wege sind immer ein Risiko. Dieses Risiko nimmt unsere Gemeinde auf sich. Wenn etwas über längere Zeit nicht funktioniert, haben wir den Mut, uns das einzugestehen, gehen auf die Suche nach den Ursachen und lernen aus der Erfahrung.

 5. Als Gemeinschaft handeln

 In unserer Gemeinde werden Beziehungen sorgfältig gepflegt. Da dies nur in kleinen, persönlichen Gruppen möglich ist, zeichnet sich unsere Kirchengemeinde Hirsau durch florierende Kleingruppenarbeit aus. In den Kleingruppen erfahren die Menschen Annahme, Interesse und Unterstützung.

 Der Leitungsstil der Hauptamtlichen ist fördernd und befähigend. Ehren- und Hauptamtliche arbeiten als Team zusammen.

 Unsere Kirchengemeinde Hirsau lebt davon, dass nicht einige Wenige alles tun, sondern dass alle Gemeindemitglieder sich für die Gemeinde und die Menschen außerhalb der Gemeinde engagieren. Unsere Gemeindemitglieder sind keine passiven Konsumenten, sondern gestalten (jede/r nach seinen/ihren Möglichkeiten) aktiv mit.

6. Raum schaffen für Viele

 Unsere Kirchengemeinde Hirsau ist einladend für Viele: Neue werden willkommen geheißen und ins Leben der Gemeinde eingeführt.       
Die Gruppen der Gemeinde sind nicht nur an sich selbst und ihren Freundschaften zueinander interessiert, sondern sind bereit, sich auf neue Menschen einzustellen und für sie da zu sein.

 Kinder und Jugendliche gehören dazu, beteiligen sich und wachsen im Glauben.

 Suchende und fragende Menschen werden ermutigt, den Glauben an Christus zu erkunden und zu erfahren.

 Verschiedene soziale und ethische Hintergründe, unterschiedliche geistige und körperliche Fähigkeiten und verschiedene Altersgruppen werden als Stärke gesehen.

 7. Nur Weniges tun, aber das gut

 Unsere Kirchengemeinde Hirsau zeichnet sich nicht in erster Linie dadurch aus, dass sie außergewöhnliche Dinge oder eine Unmenge von Dingen tut, sondern sie leistet Qualitätsarbeit beim Grundlegenden: Beim Gottesdienst, in der Seelsorge, bei Kasualien, bei einigen diakonischen und missionarischen Tätigkeiten und bei der grundlegenden Organisation – all diese grundlegenden Dinge werden (auch im Gebet) sorgfältig und liebevoll vorbereitet und durchgeführt.

  Die Menschen der Kirchengemeinde Hirsau freuen sich an dem, was sie tun – und bleiben gelassen im Blick auf das, was nicht getan wird.